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Das
Kloster Michelfeld wurde durch Bischof Otto von Bamberg gegründet.
Die Stiftungsurkunde ist datiert vom 6. Mai 1119. Über viele
Jahrhunderte wirkten Benediktiner in Michelfeld bis im Zuge
der Säkularisation am 18. März 1802
das
Kloster aufgehoben wurde. Am 1. April 1803 erfolgte die endgültige Auflösung des
Benediktinerkonvents. In den folgenden Jahren wurde der Großteil
des Grundbe- sitzes, der beweglichen Güter und der
Ausstattungsgegenstände versteigert. Auch alle schriftlichen
Unterlagen wurden entweder zerstört oder in öffentliche
Archive gebracht. Aus diesem Grund blieben auch nur wenige
Angaben über die Baugeschichte und die ursprüngliche Nutzung
des Klostergebäudes erhalten, das in seiner jetzigen Form in
der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstand.
Betritt
man das Gebäude bei der Pforte, dann steht man am Aufgang des
reich- haltig mit Stuck verzierten Haupttreppenhauses. Dieses
wurde deshalb so auf- wändig ausgestaltet, da es direkt zum
Festsaal der Benediktiner im zweiten Stock- werk hinaufführte,
der jetzt die Paramentennäherei und -stickerei beherbergt.
Die ebenfalls sehr großzügig angelegten Räume direkt
darunter, die heute als Verwal- tung genutzt werden, dienten zu
Zeiten der Benediktiner als Wohngemächer des Abtes.
Im
ersten Stock, im Anschluss an die jetzige Gruppe Theresia,
befindet sich der Herz-Jesu-Chor, der Psallierchor der
Benediktiner, der bis heute noch als Haus- kapelle genutzt wird.
Diese wurde ebenso wie die Pfarrkirche von den Gebrüdern Asam
ausgestaltet (1716). Die drei mittleren Deckengemälde stellen
die Erzengel Gabriel, Michael und Raphael dar. Der
Herz-Jesu-Chor wurde von April bis November 1999 renoviert und
erhielt so seine alte Schönheit wieder.
Der
heutige Speise- und Aufenthaltsraum der Gruppe Theresia zählt
zu den schönsten Räumen des ursprünglichen Klostergebäudes.
Zu Zeiten des Benedik- tinerkonvents befanden sich hier soweit
bekannt Skriptorium und Bibliothek.
Hinzuweisen
ist auch auf die spätgotische Marienkapelle, die zu den ältesten
Gebäudeteilen zählt (Weihejahr 1507) und in der sich die
Grabstätte der Benedik- tiner befand. Jetzt ist hier der
Speiseraum der Gruppe Maria.
Nach der Auflösung des Benediktinerklosters
stand das Gebäude etwa 80 Jahre lang weitgehend leer.
Im Jahr
1885 übernahmen dann Regens Johann Evan- gelist Wagner und die
Dillinger Franziskanerinnen das heruntergekommene Gebäude und richteten darin eine Pflegeanstalt für taubstumme Mädchen
und Frauen ein. Aus dieser entwickelte sich Regens Wagner
Michelfeld, wie wir es heute vorfinden.
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