Hauptgebäude

RW Michelfeld heute

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Konvent der Dillinger Franziskanerinnen

nach "Regens Wagner Michelfeld - Dienstleistungen für Menschen mit Behinderung",  März 2005

 

    
Klosteransicht von Joh. Baptist Roppelt, 1788

1. Historisches Hauptgebäude

Das Kloster Michelfeld wurde durch Bischof Otto von Bamberg gegründet. Die Stiftungsurkunde ist datiert vom 6. Mai 1119. Über viele Jahrhunderte wirkten Benediktiner in Michelfeld bis im Zuge der Säkularisation am 18. März 1802 das Kloster aufgehoben wurde. Am 1. April 1803 erfolgte die endgültige Auflösung des Benediktinerkonvents. In den folgenden Jahren wurde der Großteil des Grundbe- sitzes, der beweglichen Güter und der Ausstattungsgegenstände versteigert. Auch alle schriftlichen Unterlagen wurden entweder zerstört oder in öffentliche Archive gebracht. Aus diesem Grund blieben auch nur wenige Angaben über die Baugeschichte und die ursprüngliche Nutzung des Klostergebäudes erhalten, das in seiner jetzigen Form in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstand.

Betritt man das Gebäude bei der Pforte, dann steht man am Aufgang des reich- haltig mit Stuck verzierten Haupttreppenhauses. Dieses wurde deshalb so auf- wändig ausgestaltet, da es direkt zum Festsaal der Benediktiner im zweiten Stock- werk hinaufführte, der jetzt die Paramentennäherei und -stickerei beherbergt. Die ebenfalls sehr großzügig angelegten Räume direkt darunter, die heute als Verwal- tung genutzt werden, dienten zu Zeiten der Benediktiner als Wohngemächer des Abtes.

Im ersten Stock, im Anschluss an die jetzige Gruppe Theresia, befindet sich der Herz-Jesu-Chor, der Psallierchor der Benediktiner, der bis heute noch als Haus- kapelle genutzt wird. Diese wurde ebenso wie die Pfarrkirche von den Gebrüdern Asam ausgestaltet (1716). Die drei mittleren Deckengemälde stellen die Erzengel Gabriel, Michael und Raphael dar. Der Herz-Jesu-Chor wurde von April bis November 1999 renoviert und erhielt so seine alte Schönheit wieder.

Der heutige Speise- und Aufenthaltsraum der Gruppe Theresia zählt zu den schönsten Räumen des ursprünglichen Klostergebäudes. Zu Zeiten des Benedik- tinerkonvents befanden sich hier soweit bekannt Skriptorium und Bibliothek.

Hinzuweisen ist auch auf die spätgotische Marienkapelle, die zu den ältesten Gebäudeteilen zählt (Weihejahr 1507) und in der sich die Grabstätte der Benedik- tiner befand. Jetzt ist hier der Speiseraum der Gruppe Maria.

Nach der Auflösung des Benediktinerklosters stand das Gebäude etwa 80 Jahre lang weitgehend leer.

 

   

    Im Jahr 1885 übernahmen dann Regens Johann Evan-

    gelist Wagner und die Dillinger Franziskanerinnen das

    heruntergekommene Gebäude und richteten darin eine

    Pflegeanstalt für taubstumme Mädchen und Frauen ein.

    Aus dieser entwickelte sich Regens Wagner Michelfeld,

    wie wir es heute vorfinden.